Flache Wege, weite Blicke und frische Brise – eine Radreise an der Elbe vereint alles, was entspanntes Radfahren ausmacht. Die Region rund um die Elbinsel Krautsand im Kehdinger Land bietet Radfahrern ein verzweigtes Netz aus gut ausgebauten Wegen, die durch Obstplantagen führen, entlang von Deichen verlaufen und immer wieder überraschende Ausblicke auf den majestätischen Fluss freigeben. Ob als Teil des legendären Elberadwegs, auf der speziellen Elbinselroute oder bei kurzen Tagestouren durch das Alte Land – hier wird Radfahren zum Genuss statt zur sportlichen Herausforderung. Eine Fahrradtour auf Krautsand bedeutet Entschleunigung auf zwei Rädern, maritime Atmosphäre ohne Steigungen und die perfekte Verbindung aus Naturerlebnis und norddeutscher Kulturlandschaft.
Was Radfahrer rund um Krautsand erwartet:
- Über 1000 Kilometer ausgebaute Radwege im Alten Land und Kehdinger Land
- Der Elberadweg als überregionale Hauptroute mit perfekter Infrastruktur
- Elbinselroute als landschaftlich reizvolle Rundtour um Krautsand
- Durchgehend flaches Terrain – ideal für gemütliches Radeln ohne Konditionsdruck
- Gut ausgeschilderte Themenrouten durch Obstplantagen und entlang historischer Höfe
- Zahlreiche Rastplätze, Hofläden und Cafés direkt an den Strecken
- E-Bike-Verleih und Ladeinfrastruktur für entspanntes Radfahren
- Kombination aus Natur, Kultur und kulinarischen Stopps
- Radfreundliche Unterkünfte mit abschließbaren Fahrradräumen
Der Elberadweg: Deutschlands beliebteste Fernradroute
Der Elberadweg zählt zu den schönsten und beliebtesten Fernradwegen Europas. Auf über 1200 Kilometern folgt er dem Lauf der Elbe von der Quelle im Riesengebirge bis zur Mündung in die Nordsee. Der Abschnitt durch das Alte Land und über die Elbinsel Krautsand gehört zu den landschaftlich reizvollsten Etappen der gesamten Strecke.
Die Route führt meist direkt am Deich entlang und bietet ununterbrochene Blicke auf die Elbe. Container-Riesen, Kreuzfahrtschiffe und Segelboote ziehen vorbei, während auf der anderen Flussseite die schleswig-holsteinische Marsch zu sehen ist. Die Weite der Landschaft, der Wind im Rücken und das Gefühl, Teil eines größeren Abenteuers zu sein – das macht die Faszination des Elberadwegs aus.
Besonders praktisch: Die Infrastruktur ist hervorragend. Die Wege sind durchgehend asphaltiert oder gut befestigt, die Beschilderung ist eindeutig, und alle paar Kilometer gibt es Rastmöglichkeiten. Wer den gesamten Elberadweg fährt, plant meist mehrere Wochen ein. Für einen Radurlaub an der Elbe reicht aber auch eine Etappe von drei bis fünf Tagen völlig aus, um das Besondere dieser Route zu erleben.
Die Elbinselroute: Rundtour durch maritime Kulturlandschaft
Die Elbinselroute ist eine etwa 40 Kilometer lange Rundtour, die speziell für die Region entwickelt wurde. Sie führt rund um Krautsand und über das angrenzende Festland der Gemeinde Drochtersen. Diese Route ist ideal für alle, die einen kompletten Radtag erleben möchten, ohne dabei Konditionsgrenzen auszutesten.
Die Strecke beginnt und endet auf Krautsand und führt zunächst über die Brücke aufs Festland. Von dort geht es durch typische Marschlandschaft – saftige Weiden mit grasenden Schafen, vereinzelte Reetdachhäuser und kleine Häfen, in denen historische Schiffe vertäut liegen. Die Route führt vorbei an Obsthöfen, durch kleine Ortschaften und immer wieder zurück zum Deich.
Ein besonderer Reiz dieser Tour liegt in ihrer Vielseitigkeit. Während man auf dem Deich die Weite genießt, bieten die Abschnitte durch die Binnenlandschaft schattige Alleen und intime Einblicke in das ländliche Leben. Im Frühjahr verwandelt sich die Strecke in ein Blütenmeer, wenn Millionen von Apfel- und Kirschbäumen ihre weißen und rosa Blüten öffnen. Im Herbst leuchten die reifen Äpfel in den Plantagen, und die Hofläden bieten frischen Most und Apfelwein.
Die Elbinselroute ist in beide Richtungen befahrbar und lässt sich je nach Kondition und Interesse um Abstecher erweitern oder verkürzen. Wer gemütlich unterwegs ist und mehrere Pausen einlegt, sollte etwa vier bis fünf Stunden einplanen.
Tagestouren und kürzere Strecken
Nicht jeder möchte 40 Kilometer am Tag radeln. Die Region bietet auch kürzere Routen, die perfekt für halbtägige Ausflüge oder entspannte Nachmittagstouren sind.
Deichrunde Krautsand (ca. 15 km)
Eine einfache, aber landschaftlich reizvolle Tour führt einmal rund um die Insel auf dem Deich. Der Weg ist durchgehend befestigt, die Aussicht grandios, und unterwegs laden mehrere Stellen zum Verweilen ein. Besonders schön ist der Abschnitt am alten Hafen, wo der restaurierte Elbewer Catharina liegt – ein maritimes Schmuckstück und beliebtes Fotomotiv.
Tour durchs Alte Land (verschiedene Längen)
Das Alte Land ist Europas größtes geschlossenes Obstanbaugebiet und ein Paradies für Radfahrer. Zahlreiche ausgeschilderte Routen führen durch die Plantagen, vorbei an prächtigen Fachwerkhöfen und durch historische Dörfer. Die Strecken lassen sich beliebig kombinieren und an die eigene Kondition anpassen.
Besonders empfehlenswert ist die Route von Krautsand nach Jork und zurück (ca. 35 km). Jork ist das Herz des Alten Landes und bietet mit dem Museum Altes Land, der Kapitänsbrücke und gemütlichen Hofcafés interessante Zwischenstopps.
Obstblütenroute (ca. 25 km)
Diese Route ist speziell für die Frühjahrszeit konzipiert, wenn die Obstbäume blühen. Sie führt durch die schönsten Plantagen und ist mit Infotafeln ausgestattet, die Wissenswertes über den Obstanbau vermitteln. Aber auch außerhalb der Blütezeit ist die Strecke reizvoll – im Sommer spenden die Bäume Schatten, im Herbst kann man an vielen Höfen direkt vom Erzeuger kaufen.
Sehenswürdigkeiten entlang der Radwege
Eine Fahrradtour auf Krautsand und Umgebung ist mehr als nur Landschaft. Entlang der Wege warten zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die Pausen zu kleinen Entdeckungsreisen machen.
Historische Häfen und maritime Kultur
Der alte Hafen von Krautsand mit dem Elbewer Catharina ist ein Muss für jeden Besucher. Diese traditionellen Flachbodenboote prägten einst die Küstenschifffahrt. Der liebevoll restaurierte Ewer ist nicht nur schön anzusehen, sondern auch ein Zeugnis norddeutscher Seefahrtsgeschichte.
In Wischhafen, etwa 15 Kilometer entfernt, wartet das Küstenschiffahrts-Museum mit einer beeindruckenden Sammlung zur Geschichte der Elbschifffahrt. Der angrenzende Traditionshafen mit seinen historischen Schiffen ist besonders fotogen.
Leuchttürme als Orientierungspunkte
Mehrere Leuchttürme säumen die Elbe und dienen als markante Wegweiser. Der Leuchtturm Krautsand ist nicht nur ein technisches Denkmal, sondern auch beliebter Aussichtspunkt. Von hier oben reicht der Blick weit über die Elbmündung.
Reetdachhäuser und Fachwerkhöfe
Die Region ist geprägt von traditioneller Architektur. Prächtige Reetdachhäuser auf Wurten (künstlichen Hügeln zum Hochwasserschutz) und reich verzierte Fachwerkhöfe erzählen von der Geschichte niederländischer Siedler, die im 12. und 13. Jahrhundert das Land urbar machten.
Natureum Niederelbe
Am südöstlichen Zipfel der Region liegt das Natureum in Balje – ein Naturkundemuseum mit Elbe-Küstenpark und kleinem Zoo. Die etwa 20 Kilometer von Krautsand entfernte Einrichtung ist ein lohnendes Ziel für eine Tagestour und bietet besonders im Frühjahr und Herbst beeindruckende Vogelbeobachtungen.
Hansestadt Stade
Die mittelalterliche Hansestadt Stade ist etwa 22 Kilometer von Krautsand entfernt und ein Highlight für kulturinteressierte Radfahrer. Der historische Hansehafen, die Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern und das Schwedenspeicher Museum sind sehenswert. Die Strecke dorthin führt größtenteils am Deich entlang und ist landschaftlich reizvoll.
Kulinarische Stopps: Hofläden, Cafés und Fischbrötchen
Ein Radurlaub an der Elbe ist auch ein kulinarisches Erlebnis. Die Region bietet zahlreiche Gelegenheiten, regionale Spezialitäten zu probieren.
Hofläden im Alten Land
Fast jeder Obsthof hat einen eigenen Hofladen. Hier gibt es nicht nur frisches Obst, sondern auch hausgemachte Säfte, Marmeladen, Apfelchips und Obstbrände. Viele Höfe bieten auch Kaffee und selbstgebackenen Kuchen an – der perfekte Ort für eine ausgiebige Pause.
Hofcafés mit Elbblick
Mehrere Hofcafés entlang der Routen bieten nicht nur Kuchen, sondern auch herzhafte Gerichte. Besonders beliebt sind Spargel im Frühjahr und deftige Bauernfrühstücke. Die Lage mit Blick auf Obstplantagen oder die Elbe macht diese Stopps zu Höhepunkten der Tour.
Fischbrötchen und maritime Küche
An mehreren Stellen entlang der Elbe gibt es Fischimbisse, die frische Fischbrötchen servieren. Matjes, Bismarckhering oder Krabben – hier schmeckt man die Nähe zum Meer. Diese unkomplizierten Stärkungen sind bei Radfahrern besonders beliebt.
Praktische Tipps für Elbe Radwege
Beste Reisezeit für Radtouren
Die Hauptsaison für Radfahrer erstreckt sich von April bis Oktober. Besonders reizvoll sind Frühjahr (Obstblüte von Ende April bis Anfang Mai) und Herbst (Erntezeit, buntes Laub, mildes Wetter). Im Hochsommer kann es auf dem Deich sehr heiß und windig werden – Sonnenschutz ist wichtig.
Auch außerhalb der Hauptsaison lässt sich hier gut radeln. Die Winter sind mild, und an klaren, kalten Tagen hat die Landschaft ihren eigenen Reiz. Allerdings sollte man dann mit kürzeren Öffnungszeiten von Cafés und Hofläden rechnen.
E-Bike oder klassisches Rad?
Die Region ist flach, sodass klassische Fahrräder völlig ausreichen. Dennoch erfreuen sich E-Bikes wachsender Beliebtheit, weil sie auch gegen den oft kräftigen Wind entspanntes Vorankommen ermöglichen. Der Wind an der Elbe ist nicht zu unterschätzen – was auf dem Hinweg Rückenwind war, kann auf dem Rückweg zur Herausforderung werden.
Viele Verleihstationen bieten mittlerweile hochwertige E-Bikes an. Die Ladeinfrastruktur ist gut ausgebaut, und die meisten Cafés und Restaurants erlauben das Laden während einer Pause.
Ausrüstung und Gepäck
Für Tagestouren reicht eine kleine Lenkertasche mit Wasser, Snacks, Sonnenschutz und einer leichten Regenjacke. Das Wetter an der Elbe kann wechselhaft sein – auch an sonnigen Tagen sollte man auf plötzliche Schauer vorbereitet sein.
Für mehrtägige Touren empfehlen sich Packtaschen. Wichtig: Packen Sie nicht zu viel ein. Die gute Infrastruktur ermöglicht es, unterwegs nachzukaufen, und viele Unterkünfte bieten Waschmöglichkeiten.
Navigation und Orientierung
Die Radwege sind durchgehend gut beschildert. Der Elberadweg ist mit einem blauen Logo markiert, regionale Routen haben eigene Symbole. Dennoch empfiehlt sich eine Radwanderkarte oder eine Navigations-App für Details und Abstecher.
Beliebte Apps wie Komoot oder Outdooractive bieten vorgeplante Routen und funktionieren auch offline. Die Karten sind detailliert und zeigen auch kleinere Sehenswürdigkeiten und Einkehrmöglichkeiten.
Sicherheit und Verkehr
Die meisten Radwege verlaufen abseits von Hauptstraßen. Wo doch Straßen gekreuzt werden müssen, ist die Beschilderung klar. Der Verkehr ist generell moderat, und Autofahrer sind an Radfahrer gewöhnt.
Dennoch gelten die üblichen Sicherheitsregeln: Helm tragen, funktionierende Beleuchtung (auch tagsüber bei schlechtem Wetter), und defensiv fahren. In Gruppen sollte hintereinander gefahren werden, wenn Gegenverkehr kommt.
Radfreundliche Unterkünfte und Service
Die Region hat sich auf Radtouristen eingestellt. Viele Unterkünfte bieten spezielle Services für Radfahrer: abschließbare Fahrradräume, Trockenräume für nasse Kleidung, Werkzeug für kleinere Reparaturen und Lademöglichkeiten für E-Bikes.
Auf Krautsand selbst gibt es mehrere Optionen, die sich als Ausgangspunkt für Radtouren eignen. Das Elbstrand Resort etwa bietet nicht nur komfortable Unterkünfte mit Elbblick, sondern auch einen eigenen Fahrradverleih mit hochwertigen E-Bikes und normalen Rädern. Der abschließbare Fahrradkeller im Gebäude und die Nähe zu verschiedenen Radrouten machen es zu einer praktischen Wahl für Radreisende. Von hier aus sind sowohl der Elberadweg als auch die Elbinselroute direkt erreichbar, und nach einer langen Tagestour locken Wellness-Angebote wie Sauna und Pool zur Regeneration.
Auch kleinere Pensionen und Ferienwohnungen auf der Insel sind auf Radfahrer eingestellt. Viele bieten Lunchpakete für die Tagestour oder helfen bei der Routenplanung mit lokalen Geheimtipps.
Mehrtägige Radreisen: Routenvorschläge
Drei-Tages-Tour: Elbe intensiv (ca. 120 km gesamt)
Tag 1: Anreise nach Krautsand, Eingewöhnungsrunde auf der Insel (15 km)
Tag 2: Elbinselroute mit Abstecher nach Wischhafen (50 km)
Tag 3: Tour durchs Alte Land nach Jork und zurück (35 km), anschließend Abreise
Fünf-Tages-Tour: Altes Land und Elbe komplett (ca. 200 km gesamt)
Tag 1: Anreise, kurze Deichrunde (15 km)
Tag 2: Große Runde durchs Alte Land mit Besuch in Jork (45 km)
Tag 3: Elberadweg Richtung Stade und zurück (50 km)
Tag 4: Elbinselroute mit ausgiebigen Pausen und Hofcafé-Besuchen (40 km)
Tag 5: Entspannte Abschiedsrunde zum Natureum oder gemütliches Bummeln durch lokale Hofläden (30 km oder Ruhetag)
Kombinationsmöglichkeiten: Radfahren und mehr
Ein Radurlaub an der Elbe lässt sich hervorragend mit anderen Aktivitäten kombinieren. Nach einer langen Tagestour tut Entspannung im Wellness-Bereich gut – Sauna und Massage lösen Verspannungen und bereiten auf die nächste Etappe vor.
Auch kulturelle Ausflüge passen gut ins Programm. Ein Ruhetag in Hamburg mit Besuch des Miniaturwunderlandes oder eine Hafenrundfahrt bieten Abwechslung zum Radeln. Bootstouren auf der Elbe mit dem Tidenkieker zeigen die Region aus einer anderen Perspektive.
Für Familien bietet sich die Kombination aus Elternradtour und Strandtag für die Kinder an. Während ein Elternteil mit den Größeren eine längere Tour fährt, verbringt der andere mit den Kleineren Zeit am Strand.
Häufig gestellte Fragen zu Radtouren an der Elbe
Die Region ist durchgehend flach, sodass keine besondere Kondition erforderlich ist. Wer im Alltag gelegentlich Rad fährt, bewältigt die Strecken problemlos. Der Wind kann allerdings fordernd sein – E-Bikes sind eine gute Option für weniger trainierte Radfahrer.
Die meisten Wege sind gut für Familien geeignet. Sie sind befestigt, verkehrsarm und flach. Für kleinere Kinder empfehlen sich die kürzeren Rundtouren oder Teilstrecken. Anhänger und Kinderräder sind im Verleih verfügbar.
In den größeren Orten wie Stade gibt es Fahrradgeschäfte mit Werkstätten. Für kleinere Pannen sollte man Flickzeug und eine Luftpumpe dabeihaben. Viele Unterkünfte haben Werkzeug für einfache Reparaturen.
Ja, es gibt mehrere Verleihstationen in der Region. E-Bikes, Trekkingräder, Kinderräder und auch Anhänger sind verfügbar. Eine Reservierung ist besonders in der Hauptsaison und an Wochenenden empfehlenswert.
Die Wettervorhersage sollte man im Auge behalten. Bei leichtem Regen lässt es sich mit guter Regenkleidung oft noch gut fahren. Bei stärkerem Regen bieten sich Ausweichprogramme an: Museen (Küstenschiffahrts-Museum, Natureum), ein Wellness-Tag oder Stadtbummel in Stade.
Absolut! Der Herbst ist sogar eine der schönsten Zeiten für Radtouren. Die Temperaturen sind angenehm, die Ernte läuft, und in den Hofläden gibt es frischen Most. Die Farben in den Obstplantagen sind beeindruckend, und die Wege sind weniger frequentiert als im Sommer.








